Vorwort des Herausgebers
Als ausgangs des 18. Jahrhunderts die Rousseau, Forster, Cook, von jener eigentümlichen Krankheit des Zivilisationsüberdrusses ergriffen, von neuen Menschen und einem neuen Paradiese träumten, als den Kulturübersättigten der Wilde, mit Seume zu reden, der »bessere«, der wahre Mensch erschien, da flogen ihre buntbeschwingten Phantasien zu jenen eben erst entdeckten, paradiesischen Gefilden der Südsee, darüber ewig ein strahlender Himmel blaute, zu jenen braunen Naturkindern, deren »zephyrleichtes Leben ewig klar und spiegelrein und eben« dahinzufließen schien, zu jenen Gestaden, wo der Mensch noch mehr zu finden erhoffte als Gold und Edelstein, wo er »Menschen« und ein sonnenheiteres Glück erwartete. Die Reiseliteratur der Kulturvölker weist keine anmutigeren, man darf geradezu sagen poetischeren Werke auf als die Schilderungen der Südsee-Entdecker und -Erforscher, von James Cook und den beiden Forster angefangen bis zu Otto Ehlers und Augustin Krämer in unseren Tagen. Und mitten zwischen den Gelehrten stehen als begeisterte Verkünder von so viel Schönheit reinblütige Dichter von Adalbert Chamisso bis zu Laurids Bruun. Eines der köstlichsten, zu klassischer Berühmtheit gelangten Südseebücher sind »Die Palau-Inseln«, ein Werk, das, nun gerade fünfzig Jahre alt, noch nicht das Allergeringste an Frische und buntem Falterglanz eingebüßt hat. Der Zoologe Karl Semper, der es schrieb,