Auf den Flügeln des Stahls
Auf den Flügeln des Stahls. Von Max Wirth. Die meisten städtischen Gemeinden besinnen sich bei gewissen Gelegenheiten keinen Augenblick, Tausende für Festlichkeiten und Feuerwerke in die Luft zu verpuffen; allein es giebt nur sehr wenige, welche dafür sorgen, daß ihre Bevölkerung einen Spazierplatz für den Winter, d. h. eine Eisbahn, habe, wo sie ihre Gesundheit stählen und das erheiterndste gesellige Vergnügen genießen kann. Die Ursache mag darin zu suchen sein, daß die meisten Städte an Flüssen liegen oder daß sich Teiche in der Nähe befinden und so also die Natur von selbst sorgt. Indessen gefrieren Flüsse nicht immer und selten glatt zu, es bleibt daher stets noch etwas zu thun übrig. Nur in wenigen Gegenden werden Wiesen überschwemmt, noch minder aber zu diesem Zweck, und doch dienen solche am besten, weil sie am ehesten gefrieren und keine Gefahr des Ertrinkens darbieten. Schon der vielen Unglücksfälle wegen, welche sich im Winter fast überall beim Einbrechen in’s Eis ereignen, sollten die „Väter der Städte“ darauf bedacht sein, daß geeignete Eisplätze mittels Ueberschwemmung im Winter hergestellt werden; denn wenn sie das Wohl und die Sicherheit der Einwohner im Auge haben wollen, so helfen doch Verbote des unzeitigen Besuches gefährlicher Plätze nicht viel. So weit aber werden sie auf der anderen Seite schwerlich nicht gehen wollen, wie der letzte Kurfürst von Trier,