Chapter

Erstes Kapitel

Fuchs und Wolf konnten an dem fast rundum senkrechten Absturz des Felspfeilers nicht hinauf, höchstens mocht es da und dort Luchs und Wildkatze gelingen. Aber die versuchten's nicht und hatten's wohl nie getan, denn für ihr Gelüst gab es droben nichts zu holen. Von Menschen, die tollkühn ihren Hals daran gewagt, berichtete nichts; war's je geschehen, so wußte vermutlich nur das weißüberschäumte Steingeblöck tief unten im Gaidener Bach davon, auf das die Sinnlosen heruntergeschlagen, um ungesehen und ungehört in der wilden Schlucht liegen zu bleiben, bis einmal im Frühling Wasser der Schneeschmelze das von ihren Gebeinen Übriggebliebene in die strudelnde Etsch davongetragen. Vorbei neben dem am Ausgang der dunklen Felskluft, den Häusern des Dorfes Andrian unweit gegenüber, linksseitig vom Bach nur wenig über ihr erhöht aufsteigenden alten Gemäuer, das von alters den Namen Wolfsturm trug und mit seinem verödeten Innenraum einem Bauern des Dorfes nur gelegentlich zur Nutzung diente; selbst wüßte er nicht, wann und wie ein Vorfahr von ihm einmal zu dem wertlosen Besitz geraten sei. Jener wohl schon seit unvordenklicher Zeit an der Südseite von der Wand des Gebirgsstockes abgelöste Pfeiler war eigentlich nur eine Felsnadel, über deren Spitze sich ostwärts nächstbenachbart ein busch- und baumbedeckter Bergrücken weiter aufwölbte; aus Westen her sah der breitgestreckt hochmächtige

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