Chapter

Einleitung

oder das Glück der Athener unter der Regierung eines vorgeblichen Philosophen. Die Quellen zu der Geschichte dieses Athenion sind Athenäus im fünften Buche seines Philosophen-Gastmahls, Plutarch im Leben des Sylla und Appian in den Begebenheiten Mithridats. Schon zur Zeit dieses letztgenannten Schriftstellers hatte dieser Athenion Zweifel nicht blos an der Regierungskunst der Philosophen, sondern auch an der Redlichkeit derselben gegen die Regenten erregt, worauf sich also diejenigen berufen können, die, was Einer verbrach, an dessen ganzem Stande bestrafen. Aber – war denn dieser Athenion ein Philosoph? Wieland nennt ihn einen vorgeblichen Philosophen, und, wie aus Allem hervorgeht, soll Philosoph hier nicht in der Bedeutung eines Weisen genommen werden, sondern ungefähr als das, was wir einen Professor der Philosophie nennen. An seinem Beispiele soll nun gezeigt werden, daß es kein sonderliches Glück seyn möchte von Philosophen regiert zu werden. Wenn diese Philosophen keine Weise sind, so wird freilich keinem Staate sonderlich mit ihrer Regierung gedient seyn: wird aber ihre Regierung darum schlecht oder erbärmlich seyn, weil sie Philosophen waren? oder weil sie auch vielleicht nur Philosophie wußten und vortragen konnten? Wenn dieß an einem Beispiele gezeigt werden sollte, so konnte man unmöglich ein unglücklicheres wählen, als diesen Athenion: denn welchen Antheil an allen

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