Vorwort
Vorwort. Wenn dieser Roman, einem vielcitierten kritischen Mahnworte unserer Zeit entsprechend, ein Volk – das alt-hellenische – »bei seiner Arbeit aufsucht«, die weltgeschichtliche Arbeit des Hellenenvolks aber eine Künstler-, eine Dichter- und Denkerarbeit war, wird dieser Art von Arbeit und ihrer Schilderung nicht etwas Gedankenhaftes, Lehrhaftes anzukleben scheinen? Wird sie an frischem Reize des Eindrucks nicht zurückstehen hinter den Bildern, welche aus dem Borne eines naiven, urwüchsigen, in der Tatkraft aufgehenden, poetisch vielleicht noch gar nicht ausgenützten Lebens geschöpft sind? Und mußte ein solcher Versuch, so gut wie auf den Reiz des Naiven, Naturwüchsigen, nicht andererseits auch wieder verzichten auf den Reiz des in modernem Sinne Geistreichen, des realistisch-Pikanten, auf die bunten, grellen Lichter der heutigen Dichtung? Durfte hellenisches Leben anders dargestellt werden als mit hellenischer Einfachheit? Und durfte der Darsteller nach anderem trachten, als nach einem Hauche hellenischen Geistes, hellenischer Anmut? – Ist es nicht überhaupt bedenklich, untergegangenes Leben zu schildern? Detailmalerei des modernen Lebens wird als anziehender Realismus der Darstellung gepriesen; die des antiken wird auf viele den fröstelnden Eindruck der Gelehrsamkeit machen. In der Tat, wer dieses Werk nur flüchtig durchblättert, merkend, daß die einzelnen Abschnitte