Erstes Kapitel
Ich setzte meinen Hut auf und schritt ohne Weiteres der Wohnung des Doctors zu. »Ja,« sagte ich sinnend zu mir selbst, »ich habe zuverlässig die Zehrung. Gleichwie Oberst Jones thue ich wohl am besten, meinen armen Leichnam sofort der Anatomie zu überlassen, und schon vor meinem Sterben mich wegen meiner Großmuth in der Zeitung ausposaunen zu lassen. Die Cholera, die andern ein Schrecken ist, wird für mich zur Tröstung. Denn stürbe ich nicht an der Zehrung, so würde ich zuverlässig an der Cholera sterben, indem es etwas sagen will, trotz Dampfbädern und Cajeput-Oel, der schwarzen Dame zu entrinnen. Nichts destoweniger,« fuhr ich nach einer Pause fort, und knöpfte dabei meinen Rock zu – »nichts destoweniger ist die Zehrung ein Uebel, das langsam und schwerfällig zur Welt hinausfördert. Kurze Reisen sind die anmuthigsten, und nichts auf Erden ist langweiliger, als acht Monate lang sich einen interessanten Patienten nennen zu hören. Ich will also den großen Mediker, den Galen seines Jahrhunderts, mit heiterem Vertrauen 6 aufsuchen. Kann er mich nicht aus der Krankheit herauswaschen, so spült er mich um ein Weniges früher in's Grab. Nächst einem langen Leben gibt es keine größere Segnung, als einen hurtigen Tod.« Als ich dieses Aphorism vor mich hinsprach, klopfte ich an des Quacksalbers Thür. Ein Diener öffnete mir. Ein Besuch bei einem Quacksalber ist eine höchst erquickliche