Chapter

Asien grundlich verandert

Dem dunkelroten Mond schwirrt ein Raketenbündel entgegen und zischt oben nach allen Richtungen auseinander. Das sind die Aeroplane, die 4 Uhr 20 morgens, Beginn der Flugzeit, starteten, parallel zueinander vorwärtshüpften, dann in flachem Sprung mondwärts gingen. Jetzt stieben sie auseinander. Nun sind wir kein Geschwader mehr, sind einzelne Fahrzeuge verschiedener Richtung, nach dem Norden Asiens und dem Süden Europas segelnd, haben nichts mehr miteinander zu tun. Nur der dunkelrote Mond leuchtet ihnen wie uns auf den Weg durch den Äther. Die Reisegesellschaft, die noch vor wenigen Minuten eine war, ist keine mehr. Vom Auto des Dobrolet aus unseren Wohnungen abgesammelt, saßen wir im Restaurant des Ghodynka-Feldes beisammen, während der dunkelrote Mond auf Neubauten und Hangars, Masten und Tragflächen schien. Ein Ingenieur, noch vor vierzehn Jahren Analphabet, noch vor fünf Jahren Arbeiter an der Werkbank gewesen, wartet auf das Flugzeug, das ihn in das große Asbest-Werk am Ural zu bringen hat. Ein anderer Arbeiter-Ingenieur muß heute in Dnjeprostroj sein. Zwei deutsche Chemiker, eben aus Berlin gekommen, borgen uns die heutigen Berliner Blätter, 10 morgen sind sie in Kusnezk, Sibirien. Drei Kollegen von der »Prawda« fliegen mit Matrizen nach Rostow, Tiflis und Charkow; von heute ab soll ihr Blatt dort nach den Moskauer Matern am Vormittag gedruckt werden, in Tiflis freilich

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