Arrowsmith
In einer kleinen Stadt Englands drängte sich eines Tags das Volk mehr noch als gewöhnlich zu der Sitzung des Gerichtshofs,« vor dem ein Verbrecher stand, der mit unerhörtes Frechheit eine Frevelthat ganz in der Nähe des lebhaften Ortes vollbracht hatte. Mit Schauder und Neugier suchte die zahlreiche Versammlung der Züge des Mörders ansichtig zu werden, dessen Unheil die Stimme des Volkes schon im Voraus gesprochen hatte, und obschon das glatte Antlitz des Mannes das friedliche Gepräge vollkommener Ruhe trug, so zögerte doch Niemand, diesen gelassenen Ausdruck der Mienen und der Haltung für die Gleichgültigkeit eines verhärteten Bösewichts zu erklären. Ja, diese vorgefaßte Meinung der Zuschauer ging so weit, daß sie in Zischen und Murren ausbrachen, als der Angeklagte auf die erste Frage nach Stand und Namen »sich mit der Benennung bezeichnete welche dem Ermordeten zukam: Jonathan Arrowsmith, aus Jameshill in Pensylvanien. Mit Mühe gelang es dem Gerichtshof, die geziemende Ruhe wieder herzustellen, woraus der Lord Ober-Richter sprach: »Ihr habt unstreitige Beweise für Eure Behauptung?« — »Gewiß, Mylord!« entegegnete der Angeklagte, »insofern Ihr mir nur Zeit gönnen wolltet; sie herbeizuschaffen.« — Wir haben Euch alle nothwendige, Zeit vergönnt,« fiel des Königs Anwalt ein; »länger aber vermögen wir nicht, zu zögern, besonders, da die Gesandtschaft der nordamerikanischen