Erstes Kapitel
Trägt Rechnung und erhält für's Erste eine Rechenschaft über mich selbst aus der Zeit meiner Knabenjahre, in welchen ich von den Menschen nur wenig in Rechnung gebracht werde. – Ich werde nach einem Comptoir verpflanzt und lerne daselbst die Kunst, mich selbst zu achten. ————— »Jenseits!« allumfassendes Wort! Ruhm des Menschen und zugleich auch sein Schrecken – ach, für wie Wenige ein Ruhm – für wie zahllose Myriaden ein Schrecken! Jenseits! furchtbarer Gedanke! – gemieden, so lange uns die Gesundheit gestattet, heiter zu sein, und nur zu oft begleitet von der Berückung des Zweifels, wenn Krankheit die widerstrebende Seele in die schattigen Bereiche scheucht, die uns das Gewissen mit ewigen Wirklichkeiten erfüllt! Wie habe ich mich auf das Jenseits vorbereitet? Ach – ich habe viel gesündigt. Sogar hier schon lag das Verbrechen gegen mich in der Wagschaale – das Gespenst meiner Schuld wandelte an meiner Seite und war der Begleiter meines Gewissens durch schreckliche Jahre der Gewissensqual. Es wird mit mir eingehen durch die ewigen Thore und mein anklagender Dämon werden, ohne je von mir abzulassen. Ich bin des Lebens müde, und wenn ich meine Seele auffordere, mir zu sagen, wo ich Ruhe finden könne, antwortet sie: »Jenseits des Grabes!« Aber es ist eine Stimme vorhanden, die so zu sagen aus der Hohlheit meines Herzens tönt und mir gebietet, zu leben, zu zweifeln und zu zittern.