Chapter

Erstes Kapitel

Lucas Froment hatte Beauclair verlassen und ging die Straße nach Brias an der Schlucht entlang, in der zwischen den Hängen der Monts Bleuses die Mionne fließt. Und als er sich der »Hölle« näherte, so nennen die Arbeiter die Stahlwerke Qurignon, sah er am Ende der Holzbrücke zwei dunkle, armselige Gestalten stehen. Es war ein anscheinend noch ganz junges Weib, ärmlich gekleidet, den Kopf von einem zerrissenen Wolltuch bedeckt, und neben ihr ein etwa sechsjähriger Knabe mit blassem Gesicht, in Fetzen mehr als in Kleider gehüllt, der sich an ihrem Rocke festhielt. Sie standen unbeweglich da, die Blicke auf das Tor der Fabrik geheftet, und warteten mit der Geduld der Verzweiflung. Lucas blieb ebenfalls stehen und sah auf die beiden. Es war nahe an sechs Uhr, und der feuchte und trübselige Septembertag begann in eine feuchte und trübselige Nacht überzugehen. Es war Samstag, und seit Donnerstag hatte es ununterbrochen geregnet. Nun hatte der Regen zwar aufgehört, aber ein scharfer Wind jagte noch immer rußige Wolkenfetzen über den Himmel, eine schmutziggelbe Abenddämmerung tropfte herab und überzog die Welt mit Todesfarbe. Über die Straße mit ihren tiefen Wagenspuren, ihren von den schweren Rädern verschobenen unregelmäßigen Pflastersteinen floß ein Meer von Kot, ein schwarzer Brei, ein Gemenge von Regenwasser und dem Kohlenstaub aus den nahen Gruben von Brias, deren Karren

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