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Erstes Capitel. Herr Walgrave wird ein Anderer.

Erstes Capitel. Herr Walgrave wird ein Anderer. Die ganze lange, stille Nacht hindurch und noch lange, nachdem das Licht des traurigen Wintermorgens sich durch die verschlossenen Jalousien hineinstahl, saß Hubert Walgrave allein in dein schmucken, kleinen Zimmer, in welchem seine Geschenke für Grace Redmayne unordentlich umherlagen und in dessen drückender Luft die bunten Treibhausblumen, die zarten Rosen und steifen Camelien, welche sie hatte pflegen sollen, dahinschmachteten. Sie selbst lag, die Hände auf der Brust gefaltet, oben in dem hübschen, weißdrapirten Schlafzimmer, das für sie bestimmt gewesen, und sah selbst im Tod lieblicher aus, als er es für möglich gehalten. Die beiden Dienstmädchen und ein altes Weib, welches, er wußte nicht woher, kam, hatten ihn hinausgerufen, um sie zu sehen, nachdem sie ihr trauriges Geschäft beendet. Einsam stand er an dem weißen Bett und blickte sie an, ohne Thränen, mit einem Gesicht, das noch starrer als das ihre aussah. Lange stand er daselbst, kniete nieder und Versuchte zu beten, konnte es aber nicht. Er hatte sich nicht genug in der Gewalt, um seine Gedanken in bestimmte Worte zu kleiden. Er war verwirrt, wie er es noch nie früher gewesen, beugte sich über die kalten Hände und bedeckte dieselben mit leidenschaftlichen Küssen. »Mein Engel, mein Täubchen, o, komm doch wieder zu mir!« rief er, »ich kann es gar nicht glauben, daß Du

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