Erstes Kapitel
Was man auch gegen Thea Sundler einwenden mag, das eine muß man zugeben, sie verstand es besser als irgend jemand, Karl Artur Ekenstedt zu behandeln. Denkt man zum Beispiel an Charlotte Löwensköld, so hatte auch diese versucht, ihn zu veranlassen, nach Karlstadt zu fahren und sich mit seiner Mutter zu versöhnen. Aber um ihn dazu zu bewegen, hatte sie ihn an alles erinnert, was ihm die Mutter gewesen war, und zuletzt hatte sie es tatsächlich versucht, ihn damit zu erschrecken, daß er nicht mehr so gut werde predigen können wie bisher, wenn er undankbar gegen seine Mutter sei. Das war ganz so, als wollte sie, daß er wie der verlorene Sohn kommen und flehen sollte, wieder in Gnaden im Elternhaus aufgenommen zu werden. Aber in der Geistesverfassung, in der er sich damals befand, war das nichts für ihn, der so große Erfolge mit seinen Predigten gehabt hatte und von der ganzen Gemeinde hochgeschätzt wurde. Thea Sundler griff es ganz anders an, als sie ihn veranlassen wollte, wieder nach Karlstadt zu reisen. Sie fragte ihn, ob das wahr sei, was sie von der lieben Tante Ekenstedt gehört habe, nämlich, daß diese verlange, man sollte sie auch für die kleinste Kleinigkeit, womit man sich gegen sie vergangen habe, um Verzeihung bitten? Aber wenn sie es bei andern so genau nehme, so sei sie wohl auch selbst willig und bereit … Ja, Karl Artur mußte zugeben, daß sie so sei. Im selben