Erstes Kapitel
Sie gingen von dem Vorortbahnhof in die Halle des Münchner Hauptbahnhofs. Rechts, ein wenig hochgereckter, als es ihm eigentlich zukam, der Hauptmann a. D. Werneuchen, die kleine Handtasche am Arm, den Mantel hochgeschlossen. An seiner linken Seite der Student der Rechte Otmar Kamp, ein langer, blonder Schlacks mit treuherzigen blauen Augen, die jetzt niedergeschlagen waren, da die Spannung des Abschieds von dem älteren Freunde auf ihn drückte. Am Eingang der Halle versuchte er noch einmal Werneuchen den Koffer abzunehmen. Der ließ es nicht zu. Aber Kamp besorgte wenigstens die Fahrkarte nach Regensburg und für sich die Bahnsteigkarte, lief dann am Zug entlang, um ein leeres Abteil für den Abreisenden zu finden. Es gab aber keines, und Werneuchen mußte sich zu vier anderen Reisenden hineindrücken. Sie sprachen kaum ein Wort. Diese beginnende Reise schloß so Wichtiges ein, daß zu den unendlichen Erörterungen der letzten Tage nichts mehr hinzuzufügen war. Darüber hinaus hatte noch jeder von ihnen seine eigenen Gedanken und Empfindungen, die er nicht äußern wollte. »Haben Sie den Scheck?« fragte Werneuchen noch einmal, aber nur, um die Zeit hinzubringen. »Hier!« antwortete Kamp und schlug sich gegen die Brust. Er trug den Blankoscheck Werneuchens in seiner Brieftasche. Sehr widerwillig hatte er ihn angenommen. Ihn belastete dieses wichtige Papier, das über den Rest von Werneuchens