Chapter

Kapitel 1

Irgendwo an den Ufern der Saône ist die Heimat des jungen Anasthase Alfaric: »son vieux pays«, wie er sie mit leichter Wehmut gern bezeichnete, später, als er schon glaubte, das deutsche Musikingenium in sich aufgenommen zu haben. – Auch ohne die Geschichte der Kindheit erzählen zu wollen, die der kleine Anasthase in dem Ländchen verspielte und vergrübelte, triebe es mich, die Melancholie dieser Landschaft zu malen. Die Melancholie einer Landschaft, die zum Träumen stimmt und tröstet. Als wäre zu allen Jahreszeiten Herbst in ihr. Ich möchte all das mitteilen können, was sie verworren sagt – was sie vermutlich auch dem jungen Alfaric zuflüsterte, wenn er sich spät am Abend noch vom Hause fortstahl, um in den Feldern die Nacht zu sehen – und ich rase über meine Unfähigkeit! Still und blau ist dort alles; die Saône, der Himmel, die Hügel – – Und manchmal fällt davon ein blauer Schimmer auch auf ein altes graues Haus fast am Ende der Straße, das von großen Bäumen umgeben ist und bedeckt von Glyzinien. Abends brennt eine Laterne davor, müde, ihr gelbes Licht. Gleichsam als wäre sie Ausdruck einer Einsamkeit, die gar nie über sich hinaus will... Dies nur nebenher. Ein Anderes aber ist sicher: Bestimmend dafür, daß Anasthase entstand und als was er entstand, war – Kammermusik. Und das kam so: Sein Erzeuger, ein stiller, feiner Gelehrter, der von einer unüberwindlichen Schüchternheit

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