Erstes Kapitel
Draußen auf dem Gåsstensfjord lag an einem Maiabend eins von den Segelbooten des Zollwesens und kreuzte. Die entferntest gelegenen Schären begannen zu blauen, und an dem klaren Himmel bildeten sich jetzt, wo die Sonne sank, allmählich Wolken; an den Landzungen spürte man bereits ein unruhiges Plätschern, und ein unangenehmes Rucken am Rahsegel verkündete, daß der Landwind bald auf neue Luftströmungen von oben, von außen und von hinten stoßen werde. Am Ruder saß der Zollkontrolleur von Österskär, ein Hüne mit langem, schwarzem Vollbart, und schien hin und wieder einen Blick mit den beiden Zollbeamten auszutauschen, die im Vorsteven saßen und von denen der eine die Klostange bediente, die das große Rahsegel im Winde hielt. Von Zeit zu Zeit warf der Mann am Ruder einen forschenden Blick auf den kleinen Herrn, der, scheinbar ängstlich und fröstelnd, am Mast saß und hin und wieder das Plaid strammer um Magen und Unterleib zog. Der Kontrolleur mußte etwas Komisches in seinem Aussehen gefunden haben, denn er wandte sich oft zur Seite, gleichsam als wolle er zugleich mit dem Priemsaft ein aufdringliches Lachen ausspucken. Der kleine Herr trug einen biberfarbenen Sommerüberzieher, aus dem ein Paar weite Beinkleider aus moosfarbenem Trikot hervorguckten und sich unten über ein Paar Krokodillederstiefel mit schwarzen Knöpfen und Schäften aus braunem Tuch ausbreiteten. Von der untern