Erstes Kapitel
»Ich werde Gespenstergeschichten erzählen! - Ja, da klatschen die jungen Damen schon alle in die Hände.« »Wie kommen Sie denn zu Gespenstergeschichten, alter Herr?« »Ich? - das liegt in der Luft. Hören Sie nur, wie draußen der Oktoberwind in den Tannen fegt! Und dann hier drinnen dies helle Kienäpfelfeuerchen!« »Aber ich dächte, die Spukgeschichten gehörten gänzlich zum Rüstzeug der Reaktion?« »Nun, gnädige Frau, unter Ihrem Vorsitz wollen wir es immer darauf wagen.« »Machen Sie nicht solche Augen, alter Herr!« »Ich mache gar keine Augen. Aber wir wollen Stühle um den Kamin setzen. - So! die Chaiselongue kann stehenbleiben. - Nein, Klärchen, nicht die Lichter ausputzen! Da merkt man Absicht, und... et cetera.« »So fang denn endlich einmal an!« »In meiner Vaterstadt...« »Wart noch; ich will mich vor dem Kamin auf den Teppich legen und Kienäpfel zuwerfen.« »Tu das! - Also, ein Arzt in meiner Vaterstadt hatte einen vierjährigen Knaben, welcher Peter hieß.« »Das fängt sehr trocken an!« »Klärchen, paß auf deine Kienäpfel! - Dem kleinen Peter träumte eines Nachts -« »Ach - Träumen!« »Was Träumen? Meine Damen, ich muß dringend bitten. Soll ich an einer zurückgetretenen Spukgeschichte ersticken?« »Das ist keine Spukgeschichte; Träumen ist nicht Spuken.« »Halt den Mund, liebes Klärchen! - Wo war ich denn?« »Du warst noch nicht weit.« »Sßt! - Der Vater erwachte eines Nachts-still,