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Zweiter Band

Der König von Schweden hatte noch nicht einmal das sächsische Gebiet verlassen, als August schon wieder von neuem, ja in erhöhtem Maße das Leben voll Zerstreuungen und Lustbarkeiten begann, welches er zu führen gewohnt war. Diesem leichtsinnigen Monarchen mangelte es nie an Zeit, wenn es galt sich zu amüsiren. Aber die Staatscassen waren nun vollständig erschöpft; die Schläge, welche Sachsen erlitten, und die schwedische Occupation hatten den finanziellen Ruin des Landes vollendet, welchem eine grenzenlose Verschwendungssucht es schon nahe genug gebracht. König August war jedoch nie um Auskunftsmittel verlegen, wenn es galt, die Lücken des Schatzes auszufüllen, und wir haben bereits gesehen, wie er in solchen Fällen vorzugehen pflegte. Gräfin Cosel ihrerseits, die zu dieser Zeit im Zenith ihrer Macht und der königlichen Gunst stand, beherrschte in wahrhaft despotischer Weise den König und das Land. Alle Versuche der Höflinge, ihren Gebieter aus dem Joche dieser hochmütigen Frau zu befreien, waren bisher an der blinden Leidenschaft desselben für sie gescheitert. Frau von Cosel war die unzertrennliche Gesellschafterin August's bei allen seinen Vergnügungen; mit seltener Geschicklichkeit erfand sie tagtäglich etwas Neues, um ihn ohne Unterlaß zu beschäftigen und zu fesseln; denn sie kannte seinen Charakter zu genau, um nicht zu wissen, daß sie ihn nicht zum Ausruhen und Nachdenken

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