1. Kapitel.
Das alte Schloß Fordham lag seitwärts von der Landstraße, von hochragenden Bäumen verdeckt, die schon seit der normannischen Eroberung schattenspendend ihre Zweige ausbreiteten, wo noch alles Land um das hübsche kleine Dorf Fordham einen einzigen riesigen Forst bildete. Das neue Schloß Fordham erhob sich unmittelbar der Landstraße gegenüber, mit allem Prunk ausgestattet, den der Reichthum zu verschaffen vermag. Hier gab es Gesellschaften, Bälle und Theatervorstellungen. Die drei schönen Töchter des Schloßherrn und sein erwachsener Sohn sorgten dafür, daß es an Zerstreuungen Abwechslungen niemals fehlte. Das alte Schloß öffnete seine rostigen Thore nur selten, und die Sage, daß seit einem Jahrhundert kein Fremder dort Brot gebrochen, schien nicht unbegründet. Der Besitzer des alten Schlosses hatte nur ein Kind, eine Tochter, die einen lebensmüden, halbblinden Zelter im Park von Alt-Fordham ritt, zuweilen in den Häusern der Armen, aber nie in der erhabenen Sphäre, die man der Umgegend „die Gesellschaft" nannte, erschien. Alt-Fordham erfreute sich der patrizischen Auszeichnung, eines umgehenden Farmiliengespenstes. Die Sage meldete, in den Tagen der Stuarts habe ein Baron von Fordham in einer Anwandlung grimmer Eifersucht seine Frau ermordet, und der ruhelose Geist der Unglücklichen wandle in den dunklen Gängen und den düsteren Gemächern des Schlosses händeringend umher. Obwohl