1. Kapitel: Als Garp aus dem Gefängnis kam
An einem regnerischen Aprilabend verließ ein großer schlanker Herr in dunkelgrauen Wettermantel und mit tief in die Augen gedecktem Hut das am Berliner Zoologischen Garten gelegene Paradies-Hotel und schritt eilends in das unfreundliche Wetter hinaus. Der Portier warf ihm einen erstaunten Blick nach, murmelte etwas Unverständliches vor sich hin, und die Sache war hiermit vorläufig für ihn abgetan. Eine halbe Stunde später tauchte derselbe Herr in einer kleinen Kneipe im Berliner Norden auf, fragte den ob solch vornehmen Besuchs sehr überraschten biederen Wirt nach einem Mann namens Huber und wurde daraufhin in das sogenannte Vereinszimmer gewiesen, wo zur mäßigen Freude des Kneipenbesitzers seit einer Stunde drei Leute, die er am liebsten sofort wieder fortgeschickt hätte, denn der »Blaue Schwan« war ein durchaus einwandfreies und ehrbares Lokal und der Wirt als alter Berliner hatte für eine gewisse Sorte Menschen einen untrüglichen Blick. Der hochgewachsene Fremde hatte bei seinem Eintritt in das Vereinszimmer sehr schnell und geschickt eine Halbmaske vor sein Gesicht geschoben und war nun vollkommen unkenntlich. Die gedämpfte Unterredung dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Dann zahlte der Fremde, der seine Handschuhe nicht ablegte, jedem fünfhundert Mark, warf noch zwanzig Mark für die Zeche auf den Tisch und entfernte sich ohne besondere Eile. Der Wirt – genau wie der