Chapter

Erster Aufzug.

(Großer gewölbter Gefängnißsaal ohne Fenster; in der Mitte hängt eine Lampe, die einen schwachen dämmernden Schein verbreitet. Im Hintergrunde sieht man eine Art von Verschlägen mit Ruhebetten für die Gefangenen. An den Seiten steinerne Bänke.) Alla-Moddin. Amelni. Lini. Amelni liegt, mit dem Kopf auf eine steinerne Bank gelehnt, und schläft, Alla-Moddin steht im Vorgrunde und blickt seufzend nach dem matten Schein der Lampe; Lini beschäftigt sich mit einem kleinen Vogel, der in einem Käfig an einer Mauer des Gefängnisses hängt. Lini. Nun Du kleiner gefiederter Freund, wie geht es Dir? – Du hast mir heute noch kein Lied gesungen. – Möchtest wohl gern weiche Safranblättter essen; aber was hilft's, wenn ich es auch dem rauhen unfreundlichen Mann sage, er bringt Dir doch keine! – oder grämst Du Dich, weil Du gern frei sein möchtest? – Bin ich doch auch hier eingesperrt. – Es ist so dunkel, ich kann nicht einmal sehn, ob Du traurig bist; unser kleiner Mond scheint heut so finster. Alla-Moddin in Gedanken verloren für sich seufzend. Ach! Amelni! Lini. Sie schläft dort auf dem steinernen Bette. – Soll ich sie wecken? Alla-Moddin. Sie schläft? – O laß sie schlafen! Lini. Vater – – Alla-Moddin. Was willst Du, mein Sohn? Lini. Mein Vogel will heut durchaus nicht singen, kannst Du mir nicht die Zeit vertreiben? Ich weiß nicht, seit wir hier sind, komm' ich mir schon so alt vor. – Die

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