Alkestis
Personen (Palast des Admetos zu Pherai. Apollon tritt heraus, einen Bogen und Pfeile in der Hand) Apollon: O Haus Admets, in welchem meine Göttlichkeit Vorliebzunehmen sich bequemt am Löhnertisch! Zeus war die Ursach, welcher meinen Sohn erschlug, Asklepios, ihm die Flamme schleudernd in die Brust, Worauf erzürnt des Himmelsstrahles Schmiede ich, Die Kyklopen, totschoß und zur Buße dessen mich Der Vater einem irdischen Mann zu fronen zwang. Ich begab mich her in dieses Land und dient als Hirt Dem Freund, sein Haus beschirmend bis zu dieser Stund. Fromm seiend fand ich einen frommen Mann an ihm, Dem Sohn des Pheres, den ich hab vom Tod erlöst, Die Moiren täuschend. Ihre Macht gelobte mir, Admetos soll dem Tod entrinnen vorderhand, Wenn die da drunten eine andre Leich empfahn. Und all die Seinen prüft' er nach der Reih umher, Den Vater und die greise Mutter, die ihn trug; Doch fand er niemand außer seiner Gattin, der Sich opfern wollte, scheiden aus dem Sonnenlicht! Und mit dem Tode ringt sie jetzt im Haus, gestützt Von treuen Armen: denn am heutigen Tag ist ihr Bestimmt zu sterben, wegzuscheiden aus der Welt! Und ich verlasse dieser Hallen trautes Dach, Daß mich der Hauch des Todes nicht entheilige. Und hier erblick ich nahen schon den Todesgott, Der Abgeschiednen Opfrer, der ins Höllenreich Sie will geleiten! Auf die Stunde kommt er an; Den Tag, an dem sie sterben muß,