Erstes Buch
Vor dem Hause des schwäbischen Grafen, von Bollstädt in Padua sprang ein Reiter vom schweißnassen Pferd und übergab dem heraneilenden Diener den Zügel. Er ging die steinerne Außentreppe hinauf durch die schwere Tür und ließ sich zum Hausherrn führen, ohne seinen Namen zu nennen. Als er, in mittleren Jahren, mit seinen Gliedern, verstaubt von der Reise und mit wirrem Haar vor dem breiten Mann stand, sagte er zögernd und doch vertraut: Kennst du mich nicht? Der Hausherr sah ihn schärfer an, dabei ließ ihn die seltsame Eindringlichkeit der blauen Augen seines Besuchers nur schwer los: Du bist Albert, der Sohn meines Bruders in, Lauingen! Er gab ihm die Hand: Wie geht es deinem Vater? Ich bringe dir Nachricht von ihm. Du senkst die Augen, steht es nicht gut um ihn? Es geht ihm gut da, wo er jetzt ist. Ich bringe dir seinen letzten Gruß, Ohm. Tot? Der Ohm wandte sich ernst und mit erbleichendem Gesicht ab. Dann darf ich nicht willkommen sagen, doch leg deinen Reisesack ab, setz dich. Sie nahmen beide Platze der Ohm stützte den Arm auf den Schreibtisch, um im Gefühl einer Schwäche einen Halt zu haben. Wie starb er? War er lange krank? In den letzten Stunden sprach er viel mit dir, er sah sich und dich wieder als Knaben. Ja, wir waren in unserer Jugend unzertrennlich. Ich bin der ältere, 1165 geboren, an mir wäre zuerst die Reihe gewesen zu sterben. Der Ohm wandte sich auf dem Stuhl