Die Waldhütte im Fohrengrund
Auf wunderschöner Waldeshöhe, ringsum bewacht von den düstern Bergkuppen des oberen Kinzigtals, steht eine Kultur-Oase mitten im Waldmeer, der Fohrengrund genannt. Auf ihr erhebt sich zauberhaft eine einsame, malerische Hütte. Sie gehörte vor fünfzig Jahren einem Kleinbauern, dem auf den grünen Matten um die Hütte das Gras wuchs, um damit zwei Kühlein und ein »junges Stück« zu füttern, und der auf den mageren Aeckerlein unter derselben die Kartoffeln und das Korn pflanzte für seinen und seiner Familie Unterhalt. Der Wald ob der Kutte war sein und gab ihm die Mittel an die Hand, Bargeld zu bekommen, um sich und die Seinen kleiden, Steuer und Umlage zahlen und an Sonn- und Feiertagen drunten im Tal bisweilen einen Schoppen trinken zu können. Einmal im Jahre trieb er auch ein Stück Vieh zu Markt und brachte so »ein Geld« heim. Er stammte aus dem Tal drunten, hatte in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts mit seinem Weib die wunderbare Hütte erheiratet und ward fortan nach seinem Vornamen genannt »der Fohrengrund-Xaveri«. Es waren ihm und seinem Weib, der Franziska, im stillen Laufe der Zeit zwei Meidle groß geworden. Sie hießen mit gar schönen und passenden Namen Afra und Maria Eva. Die Meidle im Kinzigtale, namentlich um Hasle rum, wo im Dorfe Mühlenbach Sankt Afra Patronin ist, tragen nicht ungern den Namen dieser Heiligen. Sie war bekanntlich in ihrer Jugend eine Sünderin