Chapter

Erster Gesang

Äneas, im siebenten Jahre nach Trojas Zerstörung umherirrend, wird auf der Fahrt von Sicilien nach Italien durch einen Sturm, den Juno durch Äolus erregte, mit sieben Schiffen aus der zerstreuten Flotte nach Libyen verschlagen, Juppiter tröstet die Venus durch des Sohns Schicksale und sendet den Mercurius, ihm die neu angesiedelten Carthager zu gewinnen. Dem spähenden Äneas begegnet die Mutter als Jägerin und führt ihn, in eine Wolke gehüllt, nach Carthago, wo er Gesandte von den verlorenen Schiffen und freundliche Aufnahme bei der Königin Dido findet. Statt des gerufenen Ascanius kommt Cupido, durch welchen Dido beim Gastmahl für Äneas entbrennt und die Geschichte seiner Irrfahrten verlangt. Muse, des Grolls Ursachen verkünde mir, welches Gebotes Kränkung die Königin reizte, daß, so viel kreisendes Unheil, Uralt blühte die Stadt, die Tyrier bauten, Carthago, Gegen das Italerland fernhin und gegen des Tibers Mündungen, reich an Gewalt, und zu Kriegsanstrengungen trotzig; Kaum zu der Höhe des Meers vom Gesicht des siculischen Landes Als mit entflammeter Brust Saturnia solches geredet, Jetzt in der Stürm' Heimat, die geschart durchraset der Auster, Kam nach Äolia sie, wo in räumiger Höhle der König Äolus kämpfende Wind' und laut aufbrausende Wetter Zähmt durch strengen Befehl und in Band' einschließet und Kerker. Äolus, dir ja gewährte der Götter und Sterblichen Vater,

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