Chapter

Erstes Kapitel

Die sanften Strahlen des Mondes erhellten den einsamen Weg eines Reiters, der, verloren in Bewunderung über den herrlichen Anblick des silbernen Wiederscheins auf der unbewegten Meeresfläche, langsam den steilen Abhang hinunter ritt, dessen schmaler Pfad sich in mannigfachen Krümmungen an dem prächtigen Portal des gothischen Schlosses De Moreland bis an das steinige Ufer des kleinen, aber romantisch gelegenen Dorfes Seaview, an der Küste von Kent, hinabschlängelte, als plötzlich ein Mann aus dem dicken Gesträuch hinter den Mauern hervorsprang und ausrief: »Mein Herr! darf ich fragen, ob es schon 10 Uhr ist?« Der Reiter war erschrocken. Der abgelegene Ort, die Art der Anrede und der unverkennbar irländische Accent ließen ihn vermuthen, daß es dem Frager mehr um die Uhr selbst, als um die Kunde der Zeit zu thun sei. Doch von Natur mit hinlänglicher Geistesgegenwart begabt, erwiederte er ohne Besinnen: »Darüber soll Euch gleich Bescheid werden, mein guter Freund! wenn ich nur erst diese Pistole herausgezogen habe, um zur Uhr zu gelangen. Wartet einen –« Aber ehe er noch seine Rede beendet hatte, sprang der Irländer an ihn heran, und ergriff ohne Scheu vor der ihm drohenden Gefahr die bewaffnete Hand, indem er ausrief: »Flöten und Nachtigallen! Das ist ja, so wahr ich lebe, Doktor Falklands Stimme!« »Mein Name ist in der That Falkland; aber wie komme ich, oder meine Stimme dazu,

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