Chapter

1. An Herrn Doktor Heinrich Schmutziger, Stabsarzt und Mitglied des Sanitätsrats zu Aarau

Du wünschest Dir, mein geliebter Hyppokrates, keinen besseren noch schlimmeren Kranken, als mich; und ich mir keinen schlimmeren und besseren Leser, als Dich. Darum wähle ich Dich, kraft der Machtvollkommenheit und des monarchischen Prinzips, welches Dichtern, wie Staatsmännern, über alles geht, zum alleinigen Stellvertreter der gesamten lesenden Welt und übergebe Dir dies unschuldige Märchen als Neujahrsgabe. Was ich Dir übergebe, ist nur ein Versuch, der sich durchaus nichts anderes vorgesetzt hat, als den löblichen Zweck der schönen Schwätzerin Scheherezade am Bett des Sultans in tausend und einer Nacht. Da ich mit Wahrheit versichern kann, beim Träumen von »Addrich im Moos« selbst mehreremal eingeschlafen zu sein, so darfst Du das Märchen Deinen Kranken als Somniferum oder Einschläferungsmittel getrost verordnen. Daß ich dabei auf Dich, als meinen Hauptleser, besondere Rücksicht genommen habe, bedarf keiner Beteuerung, denn wem mehr als Dir, Du menschenfreundlicher Heiland so vieler Schmerzenleidenden, Du treuer Vater der Armen, Du, der Du immer in den Vorderreihen derer zu finden bist, die das Gute und Gemeinnützige befördern, wem mehr als Dir wäre oft ein erquickendes Schlummerstündchen zu gönnen, in welchem Dir Dein Engel erscheint und Dich stärkt? Bloß Dir zu größerer Bequemlichkeit wählte ich den Schauplatz der Erzählungen aus Deinen Umgebungen. Wer kennt besser als Du

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