Erster Teil
Detlev Huygens' Leben nahm plötzlich einen anderen Weg – – wie ihn etwa ein Wagen nimmt, der durch eine untergelegte Patrone aus dem Gleis gerissen wird, um nun einem unbekannten Ziele zuzusausen. Der Tag, an dem diese von niemand erwartete Wandlung der Dinge begann, war ein reiner, kristallklarer Sommertag, wie Hamburg ihn nur selten geschenkt bekommt. Litte Friese eilte in ihrem leichten, fast tänzelnden Gang die Katharinenstraße entlang, dem Butenfleeth zu. Sie trällerte vor Vergnügen und Lebenslust eine dumme Melodie vor sich hin. Sie unterbrach ihre musikalische Erinnerung und lachte vergnügt, als sie dicht vor sich Herrn Langelüddecke, den alten Kassierer von Huygens & Huygens erblickte, der eben um die Ecke gebogen war. Langelüddecke – – mein Gott, war der Name nicht länger als der Mann, der ihn trug? Raschen Schrittes holte sie ihn ein und klopfte ihm kräftig auf die Schulter. »Guten Morgen, Herr Langelüddecke. Wollen Sie mir etwa entfliehen?« »Igittigitt«, sagte der kleine Herr erschreckt, während er sie durch seine dicken Brillengläser strahlend betrachtete. »Wie sollte ich wohl auf solche Gedanken kommen? Ich freue mich immer, Sie zu sehen. Sie sind wie … wie …« Er fand keinen Vergleich und errötete vor Verlegenheit. »Geschenkt«, wehrte sie ab. Während er neben ihr hertrippelte, fuhr er mit geheimnisvoller Miene fort: »Heute ist es noch was Besonderes. Heute hat es