Acht Stunden Frist - Hinter der Glasplatte
Wir hatten abends mit Frau Molly und Lord Douglas Erverlyn, Haralds begeistertem Verehrer, auf der Plattform des Ostturmes der früheren Radschaburg gesessen und den Jagderzählungen Erverlyns gelauscht, der einer der berühmtesten Tigerjäger Indiens ist. Um zehn Uhr sagten wir der liebenswürdigen Hausfrau gute Nacht und begaben uns in den zu unseren Gasträumen gehörigen Salon. Wir saßen nun zu dreien bei weit offenen Fenstern um einen Tisch herum, den wir dicht an das eine Fenster gerückt hatten. Wir hatten die Beleuchtung nicht eingeschaltet, um das geflügelte Ungeziefer nicht hereinzulocken. Der Mond stieg über den mächtigen Bäumen des Parkes hoch und schien gerade in unsere Fenster hinein. Unsere Zimmer lagen im ersten Stock. Etwa zwanzig Meter ab stand eine Reihe von jenen Urwaldriesen, die man sonst nur auf den Großen Sunda-Inseln findet. Diese Rasamala-Bäume waren hier eine Sehenswürdigkeit. Erverlyn wollte mit uns übermorgen nach Norden in sein Tiger-Jagdrevier reisen. Harald schien nun auch vom Jagdfieber gepackt zu sein. »Was nur die Affen haben mögen,« meinte Harald plötzlich. Ja — die grüngrauen, munteren Gesellen vollführten jetzt in den Kronen des Rasamalas einen Höllenlärm. Es gab hier im Parke der Bangseys eine Herde von etwa fünfzig Stück. Sie waren mit der Zeit sehr zahm und auch sehr frech geworden, stahlen von der Terrasse, was sie nur stehlen konnten, und