Chapter

Vorwort

Aus seinem Gezelte geht lachelnd Das gelbe Taubchen, und kratzt mit rothlichen Fussen den Nacken, Und rupf't mit dem Schnabel die Brust, und untergrabt den Flugel, Und eilt zum Gatten aufs Dach. Jetzt schwingen sie lachend die Flugel und sauseln uber den Garten. Ich folge, wohin ihr mich fuhrt, ihr zartlichen Tauben, ich folge. Kleist. Von meiner fruhesten Jugend an liebte ich Tauben, hielt sie, wo ich dazu Gelegenheit hatte und fand; aber lange Zeit ohne gehorige Kenntnis und Behandlung. Taubenliebhaber fand ich uberall; die aber gewohnlich in der gehorigen Behandlung der Tauben so unerfahren waren, als ich es selbst war, bis ich vor etwa 9 Jahren an die Seite eines Mannes kam, der mehr des Nutzens wegen als aus Liebhaberey Tauben hielt, und richtige Kentnise uber Tauben und Taubenzucht besass. Sein Vorrath an Kenntnisen und seine Bibliothek, die uber landwirthschaftliche Gegenstande umfassende Werke enthielt, stunden mir gleich gutig offen. Ich fragte, horte, las, beobachtete und lernte, was ich uber Taubenzucht hier niedergeschrieben habe. Ueber Tauben und Taubenzucht haben schon viele, kenntnivolle Manner geschrieben; es kann also daruber zu schreiben kein gar so unwichtiges Geschreibsel seyn. Was Einem unwichtig scheint, ist nicht selten fur einen Andern ein Gegenstand von groser Wichtigkeit. Ich habe viele Menschen kennen gelernt, denen ein Paar Tauben eine Sache von

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