Chapter

Böhmische Reportagen

In Saaz vor dem Bahnhof scharten sich fragwürdige Gestalten zu einer Gruppe. Ihr Gepäck war auf dem Platz hoch aufgeschichtet; eine Frau sprach mit dem Verwalter der Saazer Stellenvermittlungsanstalt, Burschen, Frauen, Männer, Mädchen umstanden sie. Daß es Hopfenpflücker waren, war klar. Ich machte mich an einen Jüngling heran. »Menschenskind, kann ich mich zu eurer Partie hinzuaddieren?« fragte ich in der blumigen Redeweise der Vorstädte Prags. »Da mußt du die Frau Mracek fragen, die dort mit dem blauen Kopftüchel, das ist unsere Pantafirka.« Frau Mracek hatte eben ihr Gespräch mit dem Verwalter beendet und machte die Lohnbedingungen bekannt: zwanzig Heller für den Viertelhektoliter gepflückten Hopfens, außerdem für die Erwachsenen täglich einen halben Liter Milch und einen Liter Kartoffeln; von der Löhnung werde allabendlich ein Vorschuß von sechzehn Heller für jeden gepflückten Viertelhektoliter gewährt. Die ersten Tage würden wir Feldarbeit leisten müssen, gegen einen Lohn von zwei Kronen für jeden Mann und eine Krone vierzig Heller für jede Frau; außerdem das erwähnte Quantum von Milch und Kartoffeln. Die Verkündigung war zu Ende. Ich trat auf Frau Mracek zu, bot mich an und wurde – da ohnedies bloß achtzig statt vierundachtzig bestellter Leute gekommen waren – engagiert. Sie nahm mir meinen Heimatschein ab, auf dem mein Beruf, der eines Handlungsdieners, bestätigt war.

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