Der Garten
Herr Albert hatte vor dem Tore der Stadt einen schönen Garten. Der kleine Max, sein Sohn, zeigte große Freude an den mancherlei Blumen. Der Vater wies ihm daher ein eigenes Gartenbeet an, damit er darauf nach Lust Blumen pflanzen könne. Der Gärtner grub es sogleich um, machte es mit dem Rechen schön eben und faßte es mit grünen Primelstöckchen ein, an denen man bereits kleine Blumenknospen sah. Nach einigen Regentagen kam der Vater mit Max wieder in den Garten. Und siehe, alle die gelben, feuerfarbenen und dunkelroten Primeln waren nun ausgeschlagen; und inmitten dieses Blumenrahmens bildeten auf dem braunen Grunde unzählige zarte grüne Blättchen die drei großen, schönen Buchstaben MAX. Der Knabe blieb höchst erstaunt vor dem Beetchen stehen und rief: was seh ich! Da ist ja mein Name aus dem Boden hervorgewachsen! O sage doch, liebster Vater, wie konnten diese Buchstaben so groß und so schön aus der Erde hervorkommen? Der Vater sprach lächelnd: Meinst du nicht, das könnte von ungefähr so gekommen sein? Vielleicht hat der Wind die Samenkörnlein so hingestreut, daß diese Buchstaben zum Vorschein kommen mußten. – O nein, nein! rief Max. Das ist unmöglich! Doch halt – jetzt geht mir ein Licht auf. Diese Buchstaben hast du in die Erde gezeichnet, hast dann die Samenkörnlein von Kresse hineingestreut, die Körnlein wieder mit Erde bedeckt und so kamen dann die zarten Pflänzchen in