Kapitel 1
Es befremdet beim ersten Anblicke, daß die Anhänger des Ministeriums nichts taten, um die alte Ordnung der Dinge mit Gewalt aufrecht zu erhalten. Indessen schienen sie bloß nichts zu thun, weil sie bei der Stimmung der Hauptstadt nicht offen aufzutreten wagen durften. Im Stillen machten sie allerdings ihre Versuche. Eine Menge verdächtiger Bürger durchzogen die Stadt angeblich um sie zu bewachen, in der Tat aber um sie den auswärts harrenden Tyrannen zu verkaufen. Später wurden einige derselben überwiesen und bestraft. Während sich eine Masse Soldaten unter die Fahnen des Vaterlandes stellten, zogen andre an abgelegene Orte und blieben da unter den Waffen stehen. Bald nach dem Fall der Bastille kam ein Detachement Husaren und Dragoner in die Stadt und ritt bis auf den Pont-Neuf. Der Anführer derselben hielt der Statue Heinrich's IV. gegenüber und sprach zum Volke: »Meine Herren, wir kommen uns mit Ihnen als mit unsern Brüdern zu vereinigen und werden für Sie kämpfen. Zugleich bin ich ermächtigt Ihnen zu erklären, daß das Cavalerie-Regiment Royal-Allemand sowie alle Dragoner und Husaren zu Ihnen übertreten werden.« Dabei schossen die Reiter düstere Blicke um sich und schienen in der höchsten Unruhe zu sein. Ein Bürger sagte zum Offizier: »Mein Herr, welches Pfand Ihrer Treue geben Sie uns, da Sie mit den Waffen in der Hand kommen sich mit uns zu vereinigen? Zunächst müssen Sie