Dritter Theil
In dem ungeheuren Zuge, welcher sich langsam nach Paris zu bewegte, waren drei Personen nicht, welche unser Interesse vorzugsweise in Anspruch nehmen: Bernard, Charlotte Vanner und Aubry. Daher erwähnen wir auch nur kurz, daß die königliche Familie Abends um 9 Uhr auf dem Stadthause ankam und dann die Tuilerien bezog. Endlich schien man Grund zu der Annahme zu haben, die Revolution werde ohne weitere Stürme verlaufen. An dem berüchtigten Tage des 6. Octobers, welcher den Complotten der Verschwörer hatte ein Ende machen sollen, saß Nachmittags gegen 2 Uhr Charlotte Banner einsam in einem Zimmer des goldnen Sternes zu Versailles. Sie hatte das Haus seit dem vorigen Tage nicht wieder verlassen. Die Folgen der erlittenen Behandlung, eine Art von Fieber, hatten sie zurückgehalten. Sie war zu dem festen Entschluß gekommen Théroigne zu verlassen und sich ganz aus dem politischen Treiben zurückzuziehen. Sie sann über die Mittel nach ihren Zweck zu erreichen, während Aubry sich nach Bernard umsah, dessen langes Außenbleiben sie zu ängstigen begann. Voll banger Erwartung also saß Charlotte am Fenster und starrte auf die menschenleere Straße hinaus, welche noch vor kurzer Zeit ein Schauplatz der furchtbarsten Auftritte gewesen war. Da sah sie plötzlich ihren Bernard kommen, sprang auf und flog ihm entgegen. »Ah, mein Freund«, rief sie ihm zu, seine Hände fassend; »wie ist es Dir gegangen?