I. Die Erziehung des Häuptlings
Der Bezirksamtmann Sanders war in so leichten Etappen zu seiner Stellung in Zentral-Westafrika emporgeklommen, daß er sich nicht mehr gut vorstellen konnte, wann eigentlich seine Bekanntschaft mit dem Hinterlande begonnen hatte. Das war lange vor dem Zeitpunkt gewesen, als die britische Regierung Sanders beauftragte, ein wachsames Auge auf ein etwa eine viertel Million starkes Kannibalenvolk zu haben, das noch zehn Jahre zuvor den Weißen ungefähr so angesehen hätte wie wir das Einhorn. Sanders war mit den Basutos, den Zulus, den Fingos, den M'Pondos, mit den Matabele, den Mashonas, den Barotse und mit den Hottentotten zusammengetroffen. Dann trieben ihn Neugier und wirkliches Interesse westund nordwärts, wo er auf das Angolavolk stieß; später trieb es ihn zum Kongo, dann zu den Massais, und schließlich kam er auf dem Umwege über das Pygmäenvolk in seinen jetzigen Bezirk. Zwischen allen diesen Stämmen gibt es feine Unterschiede, Unterschiede, die nur Leute vom Schlage Sanders' kennen. Natürlich ist damit nicht der Unterschied in der Farbe gemeint, obwohl die einen braun und andere gelb sind und einige sehr wenige pechschwarz. Der Unterschied, der hier gemeint ist, liegt im Charakter. Nach Sanders' Überzeugung konnte man allen Eingeborenen – mit einigen wenigen bemerkenswerten Ausnahmen – bis zu demselben Punkte trauen, wie man Kindern traut. Die Zulus waren ganze Kerle, die