1000 Mark Belohnung
Der Regulator schlug gerade sechs, als Heinz Marquardt erwachte. Es war noch stockfinster, aber er war, wie stets, wenn er die Augen aufschlug, sofort vollständig munter und sprang auch gleich aus dem Bett. »Trude,« sagte er, »es ist sechs.« Sie antwortete nicht und drehte sich im Halbschlaf auf die andere Seite. Nun zündete er das Licht an und ging an die Waschtoilette, wo er sofort unter vielem Prusten und Plantschen seine Toilette begann. Das alles ging schnell und mit der raschen Beweglichkeit eines Menschen von statten, dem seine Nerven keine Schwierigkeiten bereiten und der zu jeder Zeit seine Gedanken und Kräfte beieinander hat. Als er sich gewaschen hatte, ging er wieder an das Bett seiner Frau und fing, auf der Bettkante sitzend, an, schmeichelnd in sie hineinzureden. Der gelbe Schein des Lichtes tanzte flackernd und tiefe Schatten werfend über die Kissen, und in der spärlichen Beleuchtung war eigentlich nur das reiche hellblonde Haar, ein kleines rosiges Ohr und ein Stück des weißen Halses von der jungen Frau zu erkennen. »Willst Du denn gar nicht aufstehen, Trude?« Er versuchte, ihr ins Gesicht zu blasen, das sie im Bett vergrub. »Nicht doch! ich bin ja noch so müde ... laß mich ...« Aber er gab nicht nach. »Also, ich muß mir allein meinen Kaffee kochen?« Dabei kitzelte er sie leise. »Steh doch auf, Trude ... Ich muß Dir auch noch was erzählen!« Jetzt war sie auf