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Eine Frage der Formatierung: Was ist eigentlich eine Normseite?

Eine Frage der Formatierung: Was ist eigentlich eine Normseite?

22 Aug 2025 by Thimo Buchheister
Normseite Schreiben Manuskript Formatierung

Was die Normseite ist, warum sie existiert und wie man sie sinnvoll für Umfang & Kalkulation nutzt.

Eine Frage der Formatierung: Was ist eigentlich eine Normseite?

Wer ein Manuskript schreibt – sei es ein Roman, eine Kurzgeschichte oder ein Sachtext – stößt früher oder später auf den Begriff der Normseite. Doch was genau steckt dahinter, warum ist sie so wichtig, und wie formatiert man sie korrekt?

Im Folgenden schauen wir uns die Entstehung, den Zweck und die praktische Anwendung der Normseite an. Außerdem gebe ich Tipps zur Formatierung und verrate, warum es manchmal gar nicht so wichtig ist, ob man sich millimetergenau an die Vorgaben hält.

Ursprung und Zweck der Normseite

Die Normseite entstand aus einem ganz praktischen Bedürfnis: Vergleichbarkeit. Lektor:innen, Verlage und später auch Übersetzer:innen brauchten eine verlässliche Grundlage, um den Umfang von Texten einschätzen und Honorare berechnen zu können.

Da Schriftarten, Abstände und Layouts unterschiedlich wirken, entschied man sich auf eine vereinheitlichte Maßeinheit: eine Seite, die im Durchschnitt etwa 1.800 Zeichen (inkl. Leerzeichen) enthält.

So lässt sich schnell kalkulieren:

  • Wie dick ein Buch ungefähr wird.
  • Wie hoch der Arbeitsaufwand für Lektorat, Korrektorat oder Übersetzung ist.
  • Und nicht zuletzt: wie viel der Autor oder die Autorin am Ende verdient.

Wie viele Zeichen hat eine Normseite?

Die klassische Normseite ist definiert durch:

  • 30 Zeilen pro Seite
  • 60 Anschläge pro Zeile
  • = 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen

Das klingt sehr exakt – in der Praxis sieht es aber etwas anders aus.

Durch Dialoge, Absätze oder Leerzeilen reduziert sich die tatsächliche Zeichenzahl pro Seite häufig auf etwa 1.500 bis 1.600 Zeichen. Deshalb kann es leicht passieren, dass ein Manuskript bei genauer Zählung ein paar „Seiten“ mehr hat, als man zunächst angenommen hat.

Typische Missverständnisse

Viele Autor:innen teilen einfach die Gesamtanzahl der Zeichen ihres Textes durch 1.800 und erwarten so die exakte Normseitenzahl. Das Ergebnis liegt aber fast immer unter der realen Zahl. Der Grund: Kein Text füllt jede Zeile bis zum Rand.

Daher gilt: Die Normseite ist ein Richtwert, keine mathematische Absolutgröße.

Formatierung: So sieht eine Normseite aus

Wer ein Manuskript an Agenturen oder Verlage schickt, sollte Wert auf eine saubere und lesefreundliche Formatierung legen.

Empfohlen sind:

  • Schriftart: Klassisch wird Courier New genutzt – eine nichtproportionale Schriftart, bei der jeder Buchstabe gleich breit ist. Das macht die Zählung einfacher, auch wenn die Lesbarkeit darunter etwas leidet. In der Praxis werden oft Times New Roman oder Arial akzeptiert.
  • Schriftgröße: 12–13 Punkt.
  • Zeilenabstand: 1,5 bis 2,0.
  • Ränder: mindestens 2,5–3 cm.
  • Zeilenanzahl: ca. 30 pro Seite.
  • Seitenzahlen: Pflicht! Am besten unten rechts.
  • Kopf- oder Fußzeile: unauffällig mit Autorennamen und Manuskripttitel.

Beispiel:

Eine Normseite in Courier New, 12pt, 1,5-facher Zeilenabstand, 3 cm Rand – ergibt bei etwa 1.600 Zeichen pro Seite ein sehr übersichtliches, luftiges Schriftbild.

Psychologie des Lesens

Die Normseite ist nicht nur eine Rechenhilfe, sondern beeinflusst auch das Lesegefühl.

  • Weißraum ist Erholung für die Augen. Ein eng gedrängter Textblock schreckt ab und wirkt ermüdend.
  • Häufigeres Umblättern vermittelt Fortschritt. Leser:innen haben das Gefühl, schneller voranzukommen, was die Motivation steigert.
  • Klare Struktur erleichtert das Arbeiten. Für Lektor:innen und Korrektor:innen ist es entscheidend, dass sich Textstellen einfach finden und markieren lassen.

Muss es immer 100 % Normseite sein?

Die gute Nachricht: Niemand lehnt ein gutes Manuskript ab, nur weil es nicht perfekt nach Normseite formatiert ist.

Wichtiger ist, dass dein Text: gut lesbar, übersichtlich, und professionell gestaltet ist.

Die Normseite dient also eher als Orientierung – für den Umfang, die Kalkulation und das gemeinsame Verständnis zwischen Autor:in, Lektorat und Verlag.

Praktische Tipps für Autor:innen

  • Arbeite mit Formatvorlagen.
  • Nutze Zeilennummern für Workshops – oft nicht nötig für Einreichungen.
  • Experimentiere nicht zu sehr mit exotischen Fonts.
  • Im Zweifel nachfragen: Manche Verlage/Agenturen haben eigene Vorgaben.

Fazit

Die Normseite ist weniger ein starres Regelwerk als vielmehr eine praktische Konvention. Sie macht Texte vergleichbar, schafft Lesefreundlichkeit und erleichtert die Kalkulation.

Für Autor:innen bedeutet das: Haltet euch an die Grundregeln, aber macht euch nicht verrückt. Ein klar strukturierter, gut lesbarer Text zählt mehr als das millimetergenaue Einhalten einer Norm.

Am Ende ist die beste Normseite diejenige, auf der eine spannende Geschichte steht.

Thimo Buchheister

About the author

Thimo Buchheister

Thimo is a software engineer with a passion for building innovative applications. He enjoys working with modern technologies and is always eager to learn new skills.

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